Die wichtigsten Fragen und Antworten

Warum ist Imagewerbung für die Landwirtschaft gerade jetzt so wichtig?

Die Debatten über die Frage, ob die heutigen Produktionsweisen in der Landwirtschaft noch zeitgemäß, vor allem ethisch akzeptabel sind, haben in den letzten Jahren immer mehr an Fahrt aufgenommen. An ihr beteiligen sich viele Menschen. Dabei geht es selten um die „absolute Wahrheit“, immer aber um Wahrnehmungen und sehr oft um den Versuch, die Wahrnehmung bäuerlichen Tuns zu prägen. Mit der teilweise zutreffenden, z. T. aber auch polemisch-überzogenen Kritik an der Landwirtschaft wird Stimmung gemacht, werden Quoten und Klicks generiert, werden auch gezielt Spenden eingeworben.

In Summe ist diese Kritik für die heimische Landwirtschaft, vor allem für unsere Nutztierhalter, zu einer ernsten Bedrohung geworden. Die oft einseitige und überzogene Kritik an landwirtschaftlichen Produktionsweisen führt zu kostentreibenden, immer schärferen Auflagen durch Parlamente, Regierungen oder den Lebensmitteleinzelhandel. Zunehmend scheinen „Maß und Mitte“ verloren zu gehen.

Es wird daher Zeit, sich entschlossen zu wehren und zu handeln!

Viele unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger, gerade in den städtischen Ballungsräumen,  wissen heute wenig bis nichts mehr über die Wirklichkeit auf den Bauernhöfen. Wie sollten sie auch? Diese Menschen bilden sich ihr Urteil über „die Wahrheit“ auf den Höfen und in den Ställen zwangsläufig mithilfe von Berichten, Clips und „Enthüllungen“ in den Medien. Und wenn die Bauern sich jetzt nicht dazu entschließen, in diesen Medien ein anderes Bild zu zeichnen, bleibt die Wahrnehmung höchst einseitig und für die Landwirtschaft sehr negativ.

Eine intelligente und moderne Imagewerbung für die Landwirtschaft ist daher dringend notwendig.

Was unterscheidet die LANDWIRT SCHAFFT LEBEN GmbH von der alten CMA?

Bis 2009 gab es die „Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft“ (CMA) – eine Organisation, die Produkt- und Imagewerbung für die deutschen Bauern und die von ihnen erzeugten Produkte bundesweit umsetzte. Diese Struktur wurde durch ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts zerschlagen. Seither fehlt der Landwirtschaft eine Organisation, die flächendeckend Werbung für die Branche umsetzen könnte.

Die Beiträge an die frühere CMA waren Pflichtbeiträge, die aufgrund eines Bundesgesetzes (Absatzfondsgesetz) abgeführt werden mussten, vergleichbar den Pflichtbeiträgen z.B. zur Landwirtschaftskammer. Der CMA stand ein Jahresbudget von ca. € 90 Mio. zur Verfügung.

Ein Bundesgesetz nach dem oben genannten Vorbild wird es nicht mehr geben. Die „Landwirt schafft Leben GmbH“ dagegen ist regional auf Westfalen-Lippe beschränkt, setzt auf Freiwilligkeit und darauf, dass sie durch ihre Ziele und ihre Arbeit überzeugen wird. Ihr Jahresbudget wird sich zunächst auf maximal einige Hunderttausend Euro beschränken.

Zudem wird sich die neue GmbH auf Imagewerbung beschränken. Die Werbung für landwirtschaftliche Produkte bleibt weiterhin den Marktpartnern im nachgelagerten Bereich überlassen.

Warum muss diese Werbung von den Bauern selbst kommen, d.h. auch von den Bauern finanziert sein?

Die Glaubwürdigkeit einer Botschaft hängt in der Gesellschaft nicht nur davon ab, ob sie sich als richtig und „wahr“ belegen lässt. Sie hängt ebenso stark davon ab, wer der Absender und wer sie finanziert hat. Viele nachweislich korrekte Aussagen werden verworfen oder ignoriert, weil „denen“ ja nicht zu trauen ist.

Gerade den Bauern wird von einflussreichen Meinungsbildern regelmäßig unterstellt, sie ließen sich von Geldgebern aus den vor- und nachgelagerten Bereichen (vor allem aus dem Bereich der Pflanzenschutzmittelindustrie) als Projektionsflächen für deren „Profitinteressen“ missbrauchen. Die neue GmbH kann diese Unterstellung durch die strikte Vorgabe „Von Bauern finanziert – von Bauern kontrolliert – von Profis umgesetzt!“ von Anfang an entkräften.

Es wird Zeit, dass die Bauern ihr eigenes Image entschlossen selbst in die Hand nehmen und als Unternehmer finanzieren!

Wie will sich die neue GmbH finanzieren?

Das Finanzierungsmodell der LANDWIRT SCHAFFT LEBEN GmbH basiert auf dem Grundsatz der Freiwilligkeit. Es ist einfach, da es von jedem Landwirt eigenständig direkt umgesetzt werden kann und es behandelt alle Produktionsrichtungen in der Landwirtschaft gleich. Alle Beitragszahler sind aufgerufen, sich – unabhängig von der Produktionsrichtung ihres Hofes – auf der Basis ihres betrieblichen Umsatzes in einem 6-Stufen-Modell selbst einzustufen und festgesetzte Beträge direkt an die LANDWIRT SCHAFFT LEBEN GmbH zu zahlen. Hierbei gelten folgende Beitragssätze und Umsatzkategorien (pro Jahr):

Stufe 1:           € 100               Kleinstbetriebe            bis € 20.000 Umsatz

Stufe 2:           € 500               kleinere Betriebe        € 20.001 bis € 100.000 Umsatz

Stufe 3:           € 1.000            mittlere Betriebe I       € 100.001 bis € 250.000 Umsatz

Stufe 4:           € 1.500            mittlere Betriebe II      € 250.001 bis € 499.999 Umsatz

Stufe 5:           € 2.000            größere Betriebe          ab € 500.000 Umsatz

Stufe 6:           € ???                 Bei anderer Selbsteinschätzung sind auch höhere Beiträge willkommen.

Die aufgeführten Beitragszahlungen an die GmbH sind Bruttobeträge, in denen Umsatzsteuer in Höhe von 19 Prozent enthalten ist.

Grundsätzlich ist dieses Beitragssystem auch offen für weitere Unterstützer.

Ist sichergestellt, dass mit der GmbH kein „teurer Wasserkopf“ entsteht?

Die neue GmbH setzt auf sehr schlanke Strukturen. Es wurden weder Büros angemietet noch neue Büroausstattungen angeschafft. Die Funktion des Geschäftsführers der neuen GmbH hat der WLV-Pressesprecher zusätzlich übernommen. Über die strategische Ausrichtung der neuen Struktur und die Mittelverwendung im Sinne der Bauern befindet ein Beirat mit 10 Personen, die von den Gesellschaftern WLV und RVWL berufen wurden.

Welche Personen sitzen im Beirat der neuen GmbH?

Lernen Sie die Beiratsmitglieder auf der Seite „Organisation“ kennen.

Welches Risiko gehe ich als Bauer ein, wenn ich mich zum Mitmachen bereit erkläre?

Das Risiko ist sehr überschaubar.  Die Unterstützer dieses Systems verpflichten sich zur Überweisung der o.g. Beiträge für zunächst zwei Jahre. Sofern keine Kündigung erfolgt, verlängert sich die Bindung der Beitragszahler alljährlich um jeweils ein weiteres Jahr.

Zudem hat sich die GmbH selbst eine „Testphase“ von zwei Jahren gesetzt, innerhalb der sie sich mit ihrer Arbeit bewähren und die Beitragszahler überzeugen will. Sollte die GmbH nicht überzeugen, würde sie ihre Arbeit einstellen und es müssten entsprechend  auch keine Beiträge mehr zu zahlen sein.

Sind die vorgesehenen freiwilligen Finanzierungsbeiträge nicht zu hoch?

Die o.g. Beiträge  sind von den Gesellschaftern der GmbH und beratenden Gremien beschlossen worden, um der neuen Struktur eine  Finanzierungsgrundlage zu verschaffen. Angesichts der erheblichen Mittel, die für nachhaltige Imagekampagnen erforderlich sind und der Tatsache, dass der bis 2009 zu zahlende CMA-Pflichtbeitrag aller Betriebe in der Regel deutlich höher lag, sind die jetzt vorgesehenen Beiträge sehr moderat.

Ist es „gerecht“, nur die Käufer von Futtermitteln in Westfalen-Lippe in das neue System einzubeziehen?

Die Gesellschafter der neuen GmbH haben sich in dieser Frage von dem Grundsatz leiten lassen: „Schnelligkeit vor Gerechtigkeit!“ Es war und ist ihnen wichtig, zunächst bei der Tierhaltung zu starten, denn an dieser wird in der öffentlichen Debatte die meiste Kritik geübt. Die GmbH bietet aber grundsätzlich alle Möglichkeiten, nach einer erfolgreichen Startphase auch andere Produktionsrichtungen der Landwirtschaft (z.B. den Ackerbau) und womöglich auch andere Regionen (außerhalb von Westfalen-Lippe) einzubeziehen.

Wird mit der neuen GmbH die bisherige Öffentlichkeitsarbeit des WLV überflüssig?

Eindeutig nein! Die neue GmbH will mit ihrer grundsätzlichen Ausrichtung, emotionale Imagewerbung in Richtung der städtisch geprägten Bevölkerung zu machen, eine Lücke schließen, die sich immer stärker aufgetan hat. Hier reagiert der Berufsstand auf Veränderungen in der Gesellschaft. Die vielfältigen Aktionen der Landwirtschaft, die sich in der Vergangenheit bewährt haben (Lernort Bauernhof, Tage des offenen Hofes, Arbeit mit Journalisten etc.) sollen und müssen parallel weiterlaufen.

Wie kann ich meine Berufskolleginnen und –kollegen davon überzeugen, ebenfalls mitzumachen?

Mit guten Argumenten und dem eigenen Beispiel. Die GmbH lässt derzeit Materialien vorbereiten, die es all denjenigen, die freiwillig Beiträge zahlen, ermöglichen sollen, nach außen zu zeigen, „dass Sie dabei sind!“

Gedacht ist dabei z.B. an Hofschilder oder Aufkleber aller Art für Landmaschinen und sonstiges Zubehör, womöglich auch die Präsentation der Namen aller Beitragszahler im Internet. Das positive Herausstellen des eigenen Beispiels soll Schule machen und alle jene überzeugen, die (noch) nicht bereit sind mitzumachen.

Was sind die aktuellen Schwerpunkte der GmbH?

Die LANDWIRT SCHAFFT LEBEN GmbH wird in den nächsten Wochen darüber befinden, welche Agentur den Zuschlag für die Umsetzung erster konkreter Formate für eine Imagekampagne erhält. Parallel mit der Umsetzung dieser Formate soll auch die Ansprache potenzieller Beitragszahler zum Stichtag 1. Juli 2019 auf den Weg gebracht werden. Ziel ist,  eine möglichst breite und starke finanzielle Unterstützung für die Arbeit von LANDWIRT SCHAFFT LEBEN zu gewinnen.

Ihre Ansprechpartner

LANDWIRT SCHAFFT LEBEN GmbH

Schorlemerstraße 15, 48143 Münster

 

Hans-Heinrich Berghorn

+49 251 4175-107

hans-heinrich.berghorn@wlv.de

Raiffeisenverband
Westfalen-Lippe e. V.

Hülsebrockstraße 8, 48165 Münster

 

Dr. Martin Spielhoff

+49 2501 801-1592

martin.spielhoff@rvwl-ms.de